
Es war mal wieder soweit. Mich packte die „kleine“ Reiselust. Zuerst wusste ich nicht wo ich hin sollte. Ein Blick in GoogleEarth lies mich schnell nach Leverkusen kommen und da war der Japanische Garten. Kamera-Rucksack, Stativ, Schuhe an und ab ging es.

Ich entschied mich den Bus zu nehmen, da ich in dem Moment einfach zu faul war um zur Bahn zu laufen.

Ich mag Bushaltestellen-Werbung irgendwie.
Das es gerade so früher nachmittag war, waren auch ein paar Kinder unterwegs.

Im Bus fiel mir ein, dass ich noch eine Streulichtblende für mein 50er besorgen wollte, musste.
Also musste ich mal wieder fix raus und auf zu Saturn. Unterwegs traf ich dieses einsam vor sich hin liegende Blättchen.

Nachdem ich in ein paar Läden war und niemand meinen Bedarf decken konnte, entscheid ich mich, mich zum Bahnhof zu begeben und meine Reise zu beginnen.

Früher habe ich es gehasst, am Gleis zu stehen und auf den Zug zu warten.
Mittlerweile, bzw .ganz besonders bei meinen Fotoreisen, genieße ich es, denn es ist doch immer faszinierend was Menschen an Bahnhöfen so alles machen und was für ein dankbares Motiv sie sind.

Die einen essen ganz vertieft.

Die anderen Rauchen.

Wieder andere haben vielleicht ihren Freund oder ihre Freundin zum Zug gebracht oder jemanden verpasst.
Beim herumgucken entdeckt man manchmal auch Interessantes, was nicht mit Menschen zu tun hat.

Doch dann kam auch irgendwann mein Zug.

Im Zug ist das Beobachten noch weit spannender, da ich mich immer frage worüber Menschen so nachdenken, wenn sie so dasitzen.
Freut er sich auf zu Hause? Oder ist er froh, da wieder weg zu sein?

Schläft er, weil er zu lange gearbeitet hat? Oder weil ihn das Leben müde macht? Oder hat er einfach nur eine durchzechte Nacht hinter sich?

Manche schauen einfach nur aus dem Fenster oder doch in sich?
Allzulange hat meine Fahrt nicht gedauert und so kam ich relativ fix in Leverkusen an.

Das erste was ich sah, war ein Bus, der mich zum Stauen brachte.

Also in Köln habe ich noch nie einen FC-Bus gesehen, aber vielleicht habe ich einfach nur nicht darauf geachtet. Ich hörte es gäbe eine FC-Bahn …
Der Weg zum Japanischen Garten führte mich gefühlte 20 Minuten durch einen Park und über das Bayer-Gelände, so zumindest meine Vermutung.

Überall waren Autos, jedoch keine Menschen auf der Straße. Wirkte sehr seltsam.

Der obligatorische deutsche Hausmaulwurf darf natürlich auch nicht fehlen.
Der Park den ich dann betrat, war ebenso gespenstisch leer wie wunderschön.

Ich mag das Spiel zwischen Natur und Architektur.

Die ersten vom Tod heimgesuchten Blätter. Auf das im Frühling alles wieder erblüht.

Der berühmte Leverkusener Kaffeebusch. Hier wächst der Kaffee direkt „to go“.

Einsamkeit oder doch nur innere Ruhe und Entspannung?

Verwinkelte Wege, die einen hinführen, wo man will oder nicht will. Das erinnerte mich irgendwie an Monkey Island.

Große Flächen, die schon immer eine gewisse Faszination auf mich ausgeübt haben.

Die Laterne lächelte mich so an … das musste ich einfach fotografieren.

Doch Park hin oder her, irgendwie kam ich dann doch noch an.

Ein wunderschöner Teich oder kleiner See, kann man nun sehen wie man will.
So setze ich mich einfach mal mit meinem 80–200er auf einen Trittstein und fotografierte Enten.
Faszinierend was man so beobachtet, wenn man einfach mal länger so dasitzt.
Hier erstmal der Teich und anschließend alles was ich so sah.








Im Wasser stand noch ein toller Brunnen oder wie man das auch immer nennt.


Nach dem ich mittlerweile total entspannt war, ließ ich die Enten mal Enten sein und machte mich auf, den Japanischen Garten zu erkunden.
Schöne, klassische, japanische Brücken.

Und wunderschöne Bögen.






Interessante alte Figuren.

Und seltsame „Häuschen“.

Da der ganze Garten von Wasser umgeben war, gab es auch ein paar kleine Wasserfälle und weil es in Köln nicht so richtig viele Wasserfälle gibt, nutzte ich die Gelegenheit, um ein paar Langzeitbelichtungen zu machen.


Anschließend sah ich eine kleine Insel mit einer kleinen Brücke.

Die Insel war geschützt durch einen kleinen Zaun.



Der Garten bot so viele interessante Motive, dass man gar nicht wusste, wo man zuerst hinschauen sollte.
Schöne Blätter …

Kleine Flüsschen.

Überall alte Figuren.

Interessante Spiegelungen im Wasser.

Und ein Spiegel-O.

Dann war doch auch mal Park genug.
In der unmittelbaren Nähe des Gartens ist die BayKom. Eine Art Museum von Bayer. Man empfahl mir dorthin zu gehen. So machte ich mich auf.

Aber was war? Es war wegen einen Großveranstaltung zu. Schade.
Ich dachte mir, es ist genug nun und es war auch Zeit nach Hause zu fahren.
Unterwegs zu einem Bus entdecke ich wieder viele interessante Sachen.
Zuerst stand da dieses große und auf den ersten Blick leere Hochhaus.


Das Hochhaus war umgeben von einem Bauzaun, der wiederum sehr schön verkleidet war.

Als ich so zum Bus tapperte, sah ich ganz viele Autos und keinen Menschen auf der Straße. Immer noch nicht. Was ich aber sah und extrem interessant und inspirierend fand, war eine profane Treppe.


Sicherlich kann das Foto mit den berühmten Treppen-Fotos nicht mithalten, jedoch habe ich mich sehr gefreut, auch mal einen Treppe zu finden, die etwas hat.
Das was mir jedoch ein paar Meter weiter begegnete, hat mich sehr zum Staunen gebracht. Ein Bayer-Bike.

Später erfuhr ich, dass es einstmals in Leverkusen von solchen Bikes nur so gewimmelt hat.
Die Fahrräder hatten fast sowas kultiges wie die berühmten Post-Bikes.
Irgendwann kam ich doch auch mal beim Bus an und sah auch wieder Menschen. Ich fühlte mich wieder in der Zivilisation.

Der Bus brauchte nur ein paar Minuten, um mich zur Bahn zur bringen.

Müde und hungrig freute ich mich auf zu Hause und ein kühles Kölsch,
welches ich dann auch im Klaaf am Eigelstein bekam.

Ich hoffe, euch hat mein kleiner Reisebericht gefallen und ich empfehle euch, auch mal vor die Tür zu schauen. Es muss nicht immer Paris oder New York sein.
Lg Micha